Signale
Im diesem Bericht geht es um das Konzept und die Handhabung von Signalen und Fahrstraßen.
Grundsätzliches
In Zusi 3 gibt es nur einen Signaltyp, der je nach Konfiguration z.B. als animierte Weiche, Schranke, Haupt-, Vor- oder Kombinationssignal arbeiten kann. Das Signal ist hinsichtlich seiner Funktion Bestandteil eines Streckenelements und kann aus beliebigen 3D-Dateien zusammengesetzt werden, die auch gegenüber dem Signaleinbauort jeweils einen individuellen Koordinatenursprung aufweisen können.
Vor- und Hauptsignalfunktion werden weiterhin in einer aus Zusi 2 bekannten Signalmatrix definiert, bei der jede Spalte für eine Vorsignalgeschwindigkeit und jede Zeile für einen Hauptsignalbegriff steht. Für jeden Eintrag dieser Matrix, also für jede Kombination von Vsig- und Hsig-Geschwindigkeit, kann ein individuelles Signalbild und eine beliebige Anzahl von Ereignissen definiert werden. Die Signalbilder entstehen durch Sicht-/Unsichtbarschaltung von 3D-Dateien bzw. Aktivierung von Animationen.
Vorkonfigurierte Signale können in Signaldateien abgespeichert werden, so daß nur der Signalersteller einmalig die Matrix- und die sonstigen Einstellungen vornehmen muß.
Signalassistent
Bei genauerer Betrachtung der aktuellen Signalbauarten in Deutschland zeigt sich außerdem, daß es eine große aber oft genau definierte Variantenvielfalt gibt. So gibt es allein für die weit verbreiteten Lichtsignale der Bauform 69 vier Standardmasthöhen. Welcher Mast zum Einsatz kommt, hängt von der Bestückung mit Signalschirmen und zusätzlich auch noch vom Einbauort (Gleisfeld oder Randweg) ab. Auch der signalbuchkundige Streckenbauer wird ohne Recherchen nicht in der Lage sein, aus einer Komponentenbibliothek immer die passenden, vorbildgerechten Signale zusammenzusetzen. Abhilfe schafft der Signalassistent. Hierbei handelt es sich um eine Menüführung, die der Signalbauer einmalig in seinen mitgelieferten Signaldateien definiert.
Das System ist völlig allgemeingültig gehalten und damit nicht an spezielle Bauarten oder Länder gebunden. In der Signaldatei werden neben den eigentlichen Signalinformationen auch Abfragedialoge definiert. Der Assistent generiert daraus einen Dialog und lädt anschließend alle Dateien, deren Verwendung durch einen Haken vom Anwender gewünscht wird.
Am besten wird das Prinzip durch ein Beispiel dargestellt. Nach Markierung des Streckenelements und Auswahl der Bauart 69 geht es los:
Zunächst startet die Abfrage mit der Angabe der Signalbezeichnungen usw. und mindestens einem individuellen Signalstandort, der bei 0/0/0 genau gleismittig am Ende des Streckenelements läge. Bei der Bauart 69 ist zwischen vier Einbauorten zu unterscheiden, aus denen sich nicht nur die Lage des Signals sondern später auch die Masthöhe ergibt.
Anschließend wird der Typ des Signals abgefragt. Es soll hier mal ein Ausfahrsignal sein.
Da das Signal und seine Anbaukoordinaten von der Masthöhe abhängen, muß der Assistent zunächst herausbekommen, welche Schirme angebaut werden sollen, da sich daraus bei der Bauart 69 die Masthöhe ergibt. Das geschieht durch die folgende Auswahl:
Jetzt ist die Grundbauart des Signals ausreichend genau bestimmt und es folgt die Feinauswahl der Ausstattung. Der Bastler kann in den Signaldateien nicht nur die Dialoginhalte sondern auch die Vorbelegung der Haken bestimmen. Diese sind daher standardmäßig schon so gesetzt, daß man für die üblichen Signale kaum etwas ändern muß. Zur Verfügung stehen Checkboxen, Radioboxen, Infotexte und auch kleine Bilder zur Untermalung der Auswahl (Bilder hier noch nicht dargestellt).
Die vorher angeklickten Zs3-Anzeiger fragen anschließend noch ihre genaue Bauart ab:
Und dann ist das Signal auch schon regelkonform und voll funktionsfähig aufgebaut:
Wer das gleiche Signal mehrfach aufbauen möchte, kann natürlich auch das Komplettsignal in einer Signaldatei speichern und später ohne Abfragedialog an anderer Stelle wieder einbauen.
Die Logik der einzelnen Komponenten liegt jeweils in der Komponent selbst. Also z.B. kommen die Indusi-Ereignisse nur in der Signaldatei des Indusi-Magneten vor. Lädt man ihn am Ende dazu, so werden alle nötigen Einträge in der Signalmatrix mit Indusi-Ereignissen ergänzt. Sonst bleibt das Signal ohne Indusi.
Durch diesen Ansatz muß jede Signalkomponente nur einmal definiert werden und es lassen sich beliebige Konstellationen daraus zusammenstellen, die im Normalfall sofort voll funktionsfähig sind. Der Ersteller des Signalsystems muß sich nur einmal Gedanken machen, wie er die Dialogführung gestaltet, um die für sein Signalsystem entschiedenden Parameter in der benötigten Reihenfolge abzufragen. Es sind keinerlei Programmier- oder Skriptkenntnisse nötig, sondern man muß lediglich die Texte der Abfragen in xml-Dateien definieren.
Signalsichtbarkeit
In der Signaloptik kann ein Vergrößerungsfaktor angegeben werden, so daß sich der Lichtpunkt mit der Entfernung vergrößert. Damit sind die Signalgrundbegriffe schon aus etlichen 100m einwandfrei zu erkennen.
Animationen
In der Signalbildauswahl innerhalb der Signalmatrix stehen Animationen automatisch mit ihren Klartextnamen so zur Auswahl, wie sie in den 3D-Dateien definiert wurden. Es kann sich dabei sowohl um geometrische Bewegungen wie bei Formsignalen handeln als auch um Lampendimmung. So wird ein zeitversetztes, langsames Umschalten mit Dimmeffekt ermöglicht, wie man es von echten Lichtsignalen auch kennt.
Fahrstraßen
Die möglichen Fahrstraßen werden vom 3D-Editor automatisch anhand der Gleislage erkannt, und durch die in den Weichenbausätzen hinterlegten zulässigen Geschwindigkeiten können automatisch für jede Fahrstraße die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten und damit die Signalbilder ermittelt werden. Ebenso werden Zuordnung von Haupt- und Vorsignalen und die Weichenlagen ermittelt. Wer diese automatisch ermittelten Ergebnisse noch für spezielle Effekte manuell nachbearbeiten möchte, kann das im Nachgang im Fahrstraßeneditor tun:
Hier sind alle Fahrstraßen (jeweils bestehend aus Start- und Zielelement, Weichen, Registerpunkten und Fahrstraßenauflösepunkten) aufgeführt und können bearbeitet werden. In dem geöffneten Signal wird z.B. festgelegt, daß für das Hauptsignal in dieser Fahrstraße Matrixzeile 1 zu schalten ist.
Außerdem können verschiedene Typen von Fahrstraßen erzeugt werden, hier sind Rangier- und Zugfahrstraßen zu sehen. Auch hier wird automatisch anhand der Signalinformationen erkannt, ob das Signal für Zug- und/oder Rangierfahrten zuständig ist. So werden z.B. automatisch von Gleissperrsignal zu Gleissperrsignal Rangierfahrstraßen angelegt, während eine Zugfahrstraße nur von Hauptsignal zu Hauptsignal generiert wird.
Hinweis: Die gezeigten Signale und auch die Teststrecke ist noch kein endgültiger Stand, so daß bei genauerer Betrachtung noch einige kleine Unstimmigkeiten zu finden sind. Zur Erläuterung des Prinzips sollte es aber ausreichen. Im Editor lassen sich die Lampen und Animationen der Signale derzeit nicht im eingebauten Zustand testen. Daher sind bei den Editor-Screenshots keine Signallichter zu sehen.
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