Konzept
Zusi 3 ist eine Eisenbahnfahrsimulation, der Schwerpunkt liegt also beim virtuellen Fahren eines Zuges. Ziel der "Mission" ist das pünktliche und sichere Fahren einer Zugleistung gemäß Buchfahrplan oder Ebula unter Beachtung der zulässigen Geschwindigkeiten. Bei Zusi werden komplette Fahrplanszenarien mit u.U. mehreren 100 Zügen erstellt. Diese Züge sind Zusi-technisch alle gleichberechtigt und werden automatisch anhand ihrer Fahrplandaten durch das Netz geleitet. Der Benutzer kann sich einen der Züge aussuchen und diesen dann manuell fahren oder auch vom Autopiloten fahren lassen und gemütlich zusehen. Zugwechsel während der laufenden Simulation sind jederzeit möglich. Am Ende der Fahrt gibt es eine grafische Auswertung und Bewertung.
Wer sich nicht mit der anstrengenden Bedienung von Zugsicherung (PZB90 wird z.B. bis ins letzte Detail exakt nachgestellt) befassen oder z.B. bei der E10 nicht dauernd den Oberstrom kontrollieren möchte (um den Hauptschalterauslösung zu vermeiden), der kann in entschärften Modi mit unterschiedlichen Realistikstufen fahren.
Es gibt für die Strecken- und Fahrplanbastler umfangreiche Möglichkeiten, die betrieblichen Abläufe mit hoher Authentizität zu simulieren. Durch ein erweitertes Stellwerkskonzept ergeben sich deutlich mehr Möglichkeiten als bisher, da jetzt Fahrstraßen im Sinne der Stellwerkstechnik explizit definiert werden können und auch durch unterschiedliche Logik-Ebenen eine saubere Trennung von Zug-und Rangierfahrten stellwerkstechnisch möglich ist.
Eine Stellwerkschnittstelle ist von Anfang an eingeplant und wird (evtl. nicht direkt mit Version 3.0) einen Multiplayermodus ermöglichen, bei dem die sonst intern automatisch arbeitendenden Stellwerke auf andere Rechner ausgelagert und manuell bedient werden können. Die Schnittstelle wird selbstverständlich dokumentiert und ermöglicht auch die Anbindung selbst erstellter Stellwerkssimulationen. Ein sehr realistischer Simulator für ein mechanisches Stellwerk der Einheitsbauart befindet sich bei Roland Ziegler bereits in fortgeschrittenem Zustand und wird mit Veröffentlichung einer netzwerkfähigen Zusi-Version zur Verfügung stehen. Im ersten Schritt werden beliebig viele manuell bediente Stellwerke mit einem Zusi-Rechner verbunden werden können. Ein Multiplayer-Modus mit mehreren Lokführern ist für spätere Versionen angedacht.
Der Streckenbau erfolgt in Modulen von typischerweise je einem Bahnhof mit anliegenden Streckenabschnitten. Die Modulgrenzen können nach Lust und Laune des Streckenbauers an günstige Stellen gelegt werden, solange gut handhabbare Modulgrößen entstehen. Die Gesamtstrecke wird erst im Fahrplanszenario festgelegt. Beim Start der Simulation wird also die Strecke aus den ausgewählten Modulen zusammengeladen. Damit das ganze funktioniert, müssen in der Bauphase an den Modulgrenzen ein paar Informationen für modulübergreifende Fahrstraßen hinterlegt werden, was vom Editor aber automatisch erledigt wird. Durch dieses Konzept erspart man sich das Herumhantieren mit riesigen Datenmengen/Landschaften im Editor, und außerdem bietet es interessante Möglichkeiten für größere Projekte/Gruppenarbeit oder Netze, bei denen man je nach Fahrplanszenario nur Teilbereiche laden möchte.
Während also das nur sehr wenig Speicherbedarf erfordernde Streckennetz immer für die Gesamtstrecke im Speicher ist (da ja überall im Netz Zugfahrten berechnet werden müssen), wird die Landschaft dynamisch immer nur im Bereich des Betrachters geladen und dort über in den 3D-Objekten beliebig einstellbare "Level of Detail" in abstandsabhängiger Detaillierung dargestellt. Damit sind die Voraussetzungen für den Bau auch sehr großer Streckennetze gegeben.
Zusi weist eine offene und komplett dokumentierte Struktur auf und setzt bei Datenformaten soweit möglich auf übliche Standards. So werden alle Zusi-eigenen Dateien (Fahrzeug-, Führerstand-, Streckendaten usw.) im xml-Format gespeichert. Für die 3D-Objekte wird zusätzlich das x-Format (Microsoft DirectX) unterstützt. Zusi kann also .x-Dateien direkt darstellen oder auch in das eigene Zusi-Format importieren, welches erweiterte Möglichkeiten bietet. Damit können die gängigen 3D-Editoren wie 3D-StudioMax, 3DCanvas oder der sehr mächtige und trotzdem kostenlose Blender für den Objektbau zum Einsatz kommen. Texturen können in allen von DirectX unterstützen Formaten vorliegen (tga, bmp, dds, jpg, png, dib).
Programmier- oder Scriptkenntnisse braucht der Anwender nicht mitzubringen. Alles was man für den normalen Strecken- und Zubehörbau braucht, wird in windowsüblichen Oberflächen bereitgestellt. Da Zusi durchweg für authentischen Bahnbetrieb konzipiert ist, kann damit praktisch alles, was für eine gute Simulation benötigt wird, sehr komfortabel konfiguriert werden. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, über Plug-Ins eigene Funktionen zu erstellen, die noch über den serienmäßigen Zusi-Umfang hinausgehen. Dafür sind dann natürlich gewisse Programmierkenntnisse nötig. Dieser Weg ist weit weniger performancekritisch als zur Laufzeit ausgewertete Skripte.
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